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Nico Langmeier, Offizieller Berater für dein Leben mit Geld im Interview

Das Interview führte: Thomas

Nico Langmeier, Genussmensch und Helfer für dein Verhältnis zum Geld

Wer bist du und was machst du?
Mein Name ist Nico Langmeier und ich arbeite seit 4 Jahren als selbständiger Berater für Privatpersonen in der Finanzindustrie.

Wie bist du dazu gekommen?
Ich beschäftige mich mit diesem Thema, seit ich 15 bin. Und ich mach das, seit ich 17 bin für enge Freunde und Familie, weil ich mich schon immer gern mit Börse, Geld und Wirtschaft beschäftigt hab. Und kurz nach meinem Studium kam dann jemand und hat gesagt: „Hey, warum machst du das nicht für Geld, da gibt es auch einen Beruf dafür? Da hab ich gesagt: „Cool, mach ich.“

Und wie heißt der Beruf, muss man da eine Ausbildung machen, oder kann man da anfangen und wie hast du dann angefangen?
Bei den beruflichen Bezeichnungen, da gibt es geschützte und ungeschützte. Sprich die meisten Finanz „Coaches“ und „Berater“ da draußen, das sind ungeschützte Begriffe. Das kann jeder machen, wie er lustig ist, jeder darf sich nennen, wie er will. Und dann gibt's aber die zugelassenen Berufe von der IHK, dafür muss man bei der IHK eine schriftliche Prüfung ablegen, eine mündliche Prüfung und sich zulassen, und muss sich entsprechend in das Vermittlerregister eintragen lassen, dass man die Erlaubnis und die Qualifikation besitzt, den Beruf auszuüben. Beispielhaft gibt es den Versicherungsberater, da gibt es den Finanzanlagenberater und einige weitere. Geregelt und begrifflich definiert sind die alle in §34c - 34i der Gewerbeordnung. Solltet ihr zu einem Berater laufen, dann fragt ihn oder sie bitte vorher nach seiner Zulassungsnummer, damit da kein Scharlatan irgendwelchen Unsinn mit eurem hartverdienten Geld anstellt.

Das heißt, du bist da irgendwo eingetragen? Als? Aber ich muss da nicht eingetragen sein, wenn ich jetzt zum Beispiel Versicherungen vermitteln will?
Darlehensvermittler nach 34c GwO und Versicherungsvermittler nach 34d GwO. Doch, musst du. Der Thomas Müller, der Versicherungen vermitteln möchte, der muss erst die Prüfung machen. Schriftlich und mündlich muss der sich die Zulassung von der IHK holen. Und dann darf er das machen. Was denk ich auch gut und richtig ist, weil die Vertragswerke sind ja doch recht umfangreich und da sollte man schon schauen, dass man mit einem Profi arbeitet, der das auch machen kann und machen darf, weil er die entsprechende Ausbildung hat.

Was hast du mit 15 Jahren gemacht in diesem Sektor?
Ja, da hab ich mich vor allem mit der Börse und der Wirtschaft beschäftigt, also wie funktioniert das, wie entsteht Geld, wo kommt unser Geld her, wie kann man Geld verdienen? Wie macht man aus wenig Geld mehr Geld, weil man ja auch damals schon… jeder kennt das noch: bei der Bank hatte man sein Sparbuch und da gab es noch Zinsen. Als ich 15 war, da gab es tatsächlich noch Zinsen und die waren mir aber damals schon zu wenig. Da hab ich mir gedacht, da muss es doch mehr geben. Und die Bank legt ja mein Geld auch irgendwie an, damit es mehr wird. Das wird nicht von allein mehr. Und wie funktioniert das, also wo kommt das Geld her? Ganz, ganz banal formuliert.

Jetzt wird's wirklich interessant. Also wie macht man aus Geld mehr Geld, was hast du dann gemacht?
Echte Wertschöpfung entsteht nur in Unternehmen. Sprich als Beispiel der Thomas Müller und seine Obstkiste. Der kauft Obst ein, der verpackt es in Kisten, der liefert es aus. Die Wertschöpfung entsteht dadurch, dass er das alles vorportioniert vor Ort zur Verfügung stellt und der Kunde sich die Zeit und den Aufwand spart, das alles selbst zu organisieren. Dafür zahlt der Kunde.

Und der Thomas zahlt sein Obst. Der zahlt seine Kisten, er zahlt sein Personal, den Transport und packt noch eine kleine Marge obendrauf als eigene Belohnung für seine Zeit, Energie und Idee das umzusetzen. Und so wird Geld verdient. Und je größer das Unternehmen wird, desto mehr Wert wird erzeugt. Entsprechend hoch sind Unternehmen wie z.B. Microsoft bewertet, die für Milliarden Menschen Hard- und Software für PCs zur Verfügung stellen. Und als Teilhaber an diesen Unternehmen kann man finanziell an deren Wertschöpfung partizipieren.

Eigentlich alle anderen Anlagevehikel sind zum Werterhalt. Also ein Goldbarren, der bleibt immer ein Goldbarren. Der wächst oder schrumpft nicht, der steigt nur im Wert aufgrund der Inflation im Verhältnis zu anderen Gütern. Inflation - anderes Thema. Immobilie dasselbe: eine Immobilie wird von allein nicht mehr wert, das ist immer dasselbe Haus. Das wird eher weniger wert, mal brauchen wir ein neues Bad, eine neue Heizung, neuen Boden, neue Fenster. Das ist nur Werterhalt, das ist nicht Wertschöpfung.

Wir hatten mal im letzten Jahrhundert eine Immobilien-Zwangssteuer oder sowas? Aber auf Unternehmen wurde die Steuer nicht erhoben. Ist das der Grund, warum Unternehmen sozusagen unangetastet bleiben von der Politik? Auch in wirtschaftlich extremen Zeiten.
Das weiß ich nicht. Das wäre jetzt an der Stelle Spekulation. Erstmal sind Unternehmen extrem wichtig, um aus derartigen Krisen wieder positiv herauszugehen. Nach dem wir die Weltkriege verloren haben, hatten wir in den 50ern das Wirtschaftswunder. Unternehmen sind der Motor unserer Welt. Menschen bekommen Beschäftigung, verdienen Geld, können ihre Bedürfnisse befriedigen. Ohne Unternehmen hätten wir kein Essen, keine Kleidung, keine Smartphones, kein Klopapier etc. etc. Ohne Unternehmen wären wir noch in der Steinzeit. Ich glaube, dass Unternehmen deswegen so unangetastet bleiben, weil wir sonst morgen eine Revolution hätten (grinst).

Zum finanziellen Teil: alle reichen Menschen, alle wichtigen Menschen, alle Menschen mit Macht besitzen Unternehmen oder sind an Unternehmen beteiligt. Wenn man sich mal die Liste der reichsten Menschen ansieht. Das sind keine Angestellten. Da gehören Menschen dazu, denen gehört Tesla oder Amazon. Früher gab es die Rockefellers oder Rothschilds. Das sind riesengroße Unternehmen, und diese Menschen haben das Geld auch nicht auf ihrem Konto, sondern das ist in Teilhaber-Aktien gebündelt als Anteile an diesem Unternehmen. Es ist eine Form von Macht, wenn man morgen 500.000 Menschen entlassen könnte. Und für die Politik wäre das kein schönes Signal.

Apropos Politik: es sind die Anlageklassen, an denen politische Entscheider selbst beteiligt sind, die am besten steuerlich behandelt werden. Bei Gold ist z.B. nach einem Jahr Haltedauer der Gewinn steuerfrei, gibt es sonst nirgendwo. Immobilien sind auch nach 10 Jahren steuerfrei. Wald ist auch so ein Thema. Wissen die Wenigsten, aber hier ums Eck unsere Gloria von Thurn und Taxis, das sind die größten Waldbesitzer in ganz Deutschland. Wald ist auch nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Und ja, bei Aktien muss man auch „nur“ 25% Steuer abführen auf seine Gewinne.

Wenn ich dann auf das Arbeitseinkommen schaue, dann liegen wir bei 45% Spitzensteuersatz. Wer ist da jetzt der Benachteiligte?

Wenn du dich schon so lange damit beschäftigst, dann bist du wahrscheinlich schon so reich, dass du gar nicht mehr arbeiten müsstest, oder?
(lacht) Okay, die Antwort ist ja, ich bin sehr genügsam. Und deswegen reicht mir verhältnismäßig wenig Geld, um über die Runden zu kommen und deswegen kann man das schon so sagen. Ich mag den Begriff „reich“ nicht. Der wird viel assoziiert mit materiellem Wohlstand, den ich de facto nicht besitze. Aus meiner Sicht ist jemand „vermögend“, wenn er es „vermag“ die Dinge zu tun und sich zu leisten, die er oder sie gerne möchte. Im Kern muss sich jeder die Frage selbst beantworten: „Was ist für mich genug?“

Ich habe aktuell nicht den Drang arbeiten zu müssen…..dass ich es aber sehr gerne mache, weil da draußen viel Schindluder getrieben wird und mir persönlich das ein Dorn im Auge ist, dass die Leute da so offensichtlich übervorteilt werden. Und da gab's auch mehrere Geschichten im Bekanntenkreis, wo das zum Tragen kam, wo ich absolut nicht damit einverstanden war, wie einige selbsternannte Berater mit dem Geld ihrer Kunden umgehen. Nach der Gesundheit steht das Finanzielle für die meisten Menschen an zweiter Stelle im Leben. In SpiderMan heißt es laut Onkel Ben: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung“ oder so ähnlich. Bei den meisten Beratern kann ich diese Demut nicht erkennen und es wird nur zum eigenen Vorteil verkauft, verkauft, verkauft.

Bist du ein Frugalist? Kennst du den Begriff?
Nein, bin ich nicht, aber das liegt mitunter auch ein bisschen an der Begriffsdefinition. Da gibt es auf Youtube ein schönes Video, da diskutieren 2 Frugalisten, ein Vermögensverwalter und 2 normale Menschen drüber, was Frugalismus eigentlich bedeutet. Für mich heißt der Begriff, dass ich mich maximal einschränke, sehr viel Geld zur Seite lege, damit ich später nicht mehr arbeiten muss. Sprich ich mache z.B. meine Seife selber, weil die zu teuer im Supermarkt ist und Ähnliches. Also wirklich sehr, sehr, sehr moderat und bloß nicht konsumieren. Wenn ich 2 Hemden hab, ist schon eins zu viel ein wenig überspitzt formuliert.

Und nach der Begriffsauffassung, nein, bin ich kein Frugalist. Im weitesten Sinne würde ich sagen Minimalist, wobei mir da der Begriff zurzeit auch nicht gefällt, weil es einfach Etiketten sind, die man irgendwo drauf klatscht.

Ich würde eher sagen, ich bin bewusster Konsument. Man wird mich nicht finden mit einem super neuen Apple iPhone jedes Jahr, weil mir Handys einfach wurscht sind. Das muss telefonieren können und ich muss WhatsApp/SMS schreiben können und E-Mails lesen mittlerweile. Man wird mich auch nicht an anderen „Statussymbolen“ erkennen. Dafür gebe ich aber für Essen und Küchengeräte sehr gerne Geld aus, wie man auf meinem Foto vielleicht sieht (grinst), weil mir das wichtige Themen sind. Und bei den Themen, die mir wichtig sind, gebe ich gern Geld aus.

Dafür bin ich bei anderen Themen, die mir relativ egal sind, geizig, wenn man so will. Hör ich auch in der Familie ganz oft, dass ich so sparsam wäre. Nein, mich interessieren halt Handys nicht, mich interessiert der Laptop nicht, da brauch ich einen der hält 10 Jahre, dann gibt es einen Neuen, fertig. Aber wenn man mal in meine Küche schaut, nur als Beispiel, da stehen schon Sachen rum, wo manche Leute auch sagen: „um Gottes willen, der tickt nicht mehr ganz rund.“ Gleiches Thema „Badablage“. Ich rasiere mit Hobel und Klingen. Und wenn ich jetzt erzähle, dass mein Hobel 239€ gekostet hat, dann haben wir auch alle ganz große Augen. Der ist aus japanischem Stahl und der hält mein ganzes Leben lang. Außerdem ist der so konzipiert, dass sich mein Gesicht nach der Rasur anfühlt wie ein Babypopo, ohne dass ich mich damit schneiden könnte. Das ist wahre japanische Handwerkskunst. Was ist da das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Dann sind 239€ geschenkt.

Das heißt, du hast auch kein Auto?
Ich hab ein Auto. Einkaufen und Kundenbesuche sind damit einfach bequemer. (lacht)

Du hast mir vor kurzem eine sehr interessante Geschichte erzählt, wo es um den Rückkauf von Lebensversicherungen ging. Ich kann ja meine Lebensversicherung kündigen. Ich denke, das war das eine. Es ging nicht um Risikolebensversicherungen oder, sondern um kapitalbildende Lebensversicherungen, oder wie ist der Fachbegriff?
Heutzutage haben die alle ganz tolle Namen: Riester, Rürup, SuperInvest, Ultimo, FörderInvest, RenteInvest, InvestPremium, also im Kern handelt es sich entweder um Rentenversicherungen oder um Lebensversicherungen, wie du gesagt hast, kapitalbildende Lebensversicherungen.

So, und jetzt kann ich so eine Versicherung kündigen oder zurückgeben, wenn ich das Geld brauche. Wenn mir die Versicherung zu wenig Rendite bringt, oder? So, und das ist jetzt tricky, wenn ich das jetzt selber mache. Dann bietet mir die Versicherung einen Wert an und ciao, aber der Wert ist oft nicht das Optimum, was ich da rausholen kann. Erzähl doch mal ganz kurz was da jetzt der Hintergrund ist und wie du den Leuten helfen kannst, mehr rauszuholen und vielleicht am besten ein Beispiel wie viel Prozent du mehr rausgeholt hast oder wieviel Euro mehr.
Also in kurz funktioniert das leider nicht. Ich hol mal ein bisschen aus. Es gibt 2 Sachverhalte, die da wichtig sind.

Sachverhalt 1 war die Zinswende letztes Jahr, weil Unternehmen diese Versicherungen oft mit Anleihen hinterlegen, um sicher zu sein, und auch gesetzlich vorgegeben. Und diese Anleihen, die haben massiv an Wert verloren. Wenn ich früher 1% bekommen hab, um jemandem Geld zu leihen und heute bekomme ich wieder 3% aufwärts, dann wende ich mich natürlich von den Anleihen ab, die mir nur 1% versprechen. Und die haben alle an Wert verloren.

So ist es bei allen Versicherern in Deutschland passiert. Aktuell steht es in den Bilanzen drin, man sieht es aber nicht, weil die die Anleihen bis zum Ende der Laufzeit halten können und dann ist alles in Ordnung. Wenn aber jemand an sein Geld möchte …. schwierig und dann betrifft es auch Banken, so wie die Credit Suisse in der Schweiz oder die Silicon Valley Bank in den USA. Das war auch so ein Problem dieser sogenannten stillen Lasten. Also Leute wollen Geld von ihrer Bank oder Versicherung, das Geld ist aber nicht mehr mit dem entsprechenden Gegenwert hinterlegt. Folglich bekommen wir Schwierigkeiten. Und so haben sich bei den meisten Kunden im Jahr 2022 die Einlagen in diesen Verträgen ungefähr halbiert.

Sachverhalt 2 ist die rechtliche Behandlung. Unter anderem gibt es relativ neu das Risikobegrenzungsgesetz. Das besagt, sollte ein Lebensversicherer in Schwierigkeiten geraten, dann haften die Kunden anderer deutscher Lebensversicherer mit ihren Einlagen, um dem angeschlagenen Versicherer wieder auf die Beine zu helfen! Davor gab es bereits ein Gesetz zur Anpassung der Bewertungsreserven. Und jeder, der möchte, kann mal in seine Statusmitteilungen von 2021 und 2022 reingehen und schauen, wie sich die Bewertungsreserven verändert haben. Die Allianz hatte das sogar groß kommuniziert. Die haben 90% weggekürzt. Aus einem Anteil an den Bewertungsreserven von 200€ wurden dann auf der nächsten Standmitteilung 20€. Ich hab aktuell einen Vertrag von der Zurich liegen. Da wurden aus 280€ Anteil an den Bewertungsreserven im Vertrag 9,73€. Das haben die meisten Leute nicht mitbekommen, weil, und auch das ist Fakt, diese Standmitteilungen vorgelocht per Post kommen, sodass sie der Kunde einfach abheften kann, ohne sie zu lesen. Rechtlich und steuerlich gibt’s da noch ein paar mehr Sachverhalte zu beachten. Für’s Erste soll das reichen.

Und das sind so ein bisschen die 2 Probleme. Und das resultiert dann darin, dass die meisten Verträge aktuell alle im Minus stehen, also ganz viele Verträge haben sich jetzt 2022 aufgrund der Wirtschaftssituation halbiert. Da waren vorher 12.000€ drin. Dann sind jetzt noch 5.500€ drin - da waren vorher 27.000€ drin, da sind jetzt noch 10.000€ drin, also noch mal ein Stückchen stärker. Und da wird es ein böses Erwachen geben für viele Leute, die denken, sie haben was für ihr Alter getan. Wenn es dann zur Auszahlung kommt, dann wird da nicht mehr viel da sein und deswegen muss man da jetzt reagieren.

Wenn ich ein Beispiel geben darf, ich hab ein Pärchen, Mann und Frau, die sind jetzt 2 Jahre vor der Rente. Und die haben 6 solcher Verträge abgeschlossen, 2 für den Mann, 4 für die Frau, weil er gesagt hat, es ist wichtig, dass die Frau mehr hat, um das auszugleichen. (Kindererziehung, weniger Gehalt, halbtags arbeiten) Schon mal ein guter Gedanke! So, jetzt haben wir uns die 6 Verträge angeguckt und waren insgesamt bei einer monatlichen Rentenzahlung aus diesen 6 Verträgen von ungefähr 250€. Aktuell kommt man da nicht besonders weit. Und da wird es dann an der Stelle spannend, …….

Mann! Das war ursprünglich geplant? Mit was haben Sie gerechnet oder was war das eigentliche Ziel?
Das ist ein bisschen das Problem. Die Leute sagen, sie möchten was fürs Alter tun, aber niemand rechnet das. Wenn man es selbst macht ohne guten Berater, wieviel kommt denn am Ende eigentlich raus? Und 6 Verträge sollte man meinen, da bin ich safe! Wenn man sich dann aber die Zahlen anschaut, eher nicht so sicher.

Wieviel Geld haben die da einbezahlt? Über die Jahrzehnte vermutlich Einiges.
Und das wäre jetzt der nächste Punkt gewesen. 200.000€ !! Wenn man diese 200.000€ jetzt da rausnehmen würde - kann jeder selbst rechnen –

200 000€ geteilt durch 12 Monate durch 500€ pro Monat, dann bleiben ungefähr 33 Jahre übrig.

Die könnten sich für die nächsten 33 Jahre, was beim Rentenalter von 67 genau 100 sind, jeden Monat 500€ aus dem Geld rausnehmen anstatt der 250€. Und ganz wichtig an der Stelle, hätten dann noch 33 Jahre Zeit den Teil des Kapitals, den sie aktuell nicht brauchen, verzinslich anzulegen. Das heißt, entweder sie nehmen mehr raus, wenn sie mehr brauchen oder die Kinder freuen sich später, weil Mama und Papa da echt was Großartiges geschaffen haben.

Und das ist dann auch ein weiterer Punkt der Versicherung, der eher ungünstig ist, weil wenn der Versicherungsnehmer stirbt, dann geht das Geld an die Versicherung und nicht an die Erben. Und das ist auch ein Baustein, wo ich sage, deswegen muss das Geld aus diesen Verträgen raus. Damit zumindest, auch bei größeren Verträgen, die Kinder da noch was davon haben.

Es geht besonders um die Flexibilität. Sprich wenn ich eine monatliche Rente gezahlt bekomme, was mach ich denn jetzt, wenn mein Partner dann krank wird und wir brauchen grad n bisschen mehr Geld für einen Treppenlift oder so? Da komm ich nicht ran. Ich krieg nur jeden Monat meine 250€ Rente. Und da wird's dann schwierig.

Also: Flexibilität im Alter ist mit diesen Verträgen nicht gegeben, die sind nur noch die Hälfte wert und da ist eigentlich viel mehr drin als es den Anschein hat und wenn es jemanden erwischt, dann bekommt die Versicherung das Geld und niemand sonst. Ist ein bisschen makaber, wird dann auch ausgewiesen auf der Jahreshauptversammlung als Sterblichkeitsgewinne. Da ist das Geklatsche der Anleger oft am größten. Weil das mehr Geld für den Versicherer und seine Teilhaber bedeutet, mit dem niemand gerechnet hat.

Jetzt zu deiner Frage nach diesem Ausholen. Wenn man diese Verträge auflöst, dann weiß jeder, die haben meistens so 60-70 Seiten Bedingungen. Und dementsprechend ist es da wichtig, dass man sich einen Profi an die Hand nimmt. Der kauft diesen Vertrag und zahlt nach 18 Tagen schon einen großen Teil des Geldes aus, also mindestens 80% von dem, was drin ist, was schon mal gut für den Kunden ist, weil er mit dem Geld gleich arbeiten kann. Normalerweise dauert es ja seine Zeit, bis Kündigungsfrist und Nachfragen vom Versicherer geklärt sind. Das kann gut und gerne schon mal 6 Monate dauern, bis der Versicherer dann zufrieden ist und das Geld auszahlt, das wie wir ja gehört haben, in den meisten Fällen deutlich niedriger ist als die Beiträge, die man eingezahlt hat, wenn man den Vertrag selbst kündigt. Und ganz wichtig, den Verlust, den man eingefahren hat, den kann man auch nirgends ansetzen. Und da unterscheidet sich dann die Kündigung vom Verkauf. Wenn ich den Vertrag verkaufe, dann kann ich den Differenzbetrag zwischen Beiträgen und dem, was übrigbleibt, steuerlich geltend machen. Bei den meisten Verträgen sind das mittlerweile 5-stellige Summen. Darauf folgt die rechtliche Nachbearbeitung. Sprich wir gehen dann auch her mit Anwälten, mit Aktuaren, mit Wirtschaftsmathematikern und die rechnen die Verträge durch, die schauen, ob das alles koscher ist. Und dann ziehen die vor Gericht und holen das zurück, was offensichtlich fehlt. Für diesen Part ist wichtig, dass der Kunde kein Risiko trägt. Dafür zahlt er auch nichts.

Wer Beispiele haben möchte, wie sich sowas dann in Zahlen ausdrückt, schreibt am besten eine kurze Mail an n.langmeier42@gmail.com. Dann kann ich mit Screenshots und Erklärungen zu echten anonymisierten Fällen dienen.

Aber das bedeutet doch, dass sich letzten Endes dieses Modell Lebensversicherung für überhaupt niemanden rentiert, außer vielleicht für den Anbieter.
Richtig. Gut erkannt, ja. Lebensversicherungen haben früher funktioniert, da gab es ja auch noch Zinsen, 3-4%, dann war das in Ordnung, aber heutzutage liegt der Garantiezins ja bei 0,25%. Und wenn wir jetzt alle wissen, dass die EZB als Leitlinie für die Inflation 2% ausgegeben hat, dann ist schon mal klar, dass keiner von diesen Verträgen jemals die Inflation schlagen wir. Das heißt im Endeffekt, die Leute sparen sich arm. Natürlich ist dem Versicherer das bekannt, der kann ja rechnen. Dem Kunden ist es meistens nicht bekannt, weil er sich denkt „Oh ja, das ist ja sicher und Rentenversicherung klingt ja gut. Ist eine Versicherung für die Rente.“ Das muss aber nicht zwangsweise heißen, dass später noch Geld drin ist. (siehe: https://www.finanzwende.de/ueber-uns/aktuelles/neue-auswertung-riester-und-ruerup-renten)

Und ja, ganz wichtig an der Stelle ist vielleicht noch zu sagen, dass jedes Jahr in Deutschland nach wie vor 4 Millionen neue Lebens- und Rentenversicherungsverträge abgeschlossen werden. Dieser Sachverhalt ist also zu den meisten Deutschen leider noch nicht durchgedrungen.

Angenommen, ich bin kurz davor, eine Lebensversicherung abzuschließen, jetzt lerne ich dich kennen. Was empfiehlst du mir?
Auf jeden Fall nicht diese Lebens- und Rentenversicherungen. Grundsätzlich gibt es auch für uns „normale“ Menschen genauso wie für Versicherer genauso wie für Banken genauso wie für vermögende Menschen 6 Anlageklassen, in die man investieren kann, die vernünftig funktionieren.

Das sind zum einen Unternehmen, sprich Aktien. Das sind zum zweiten Anleihen, sprich Schuldverschreibungen. Nummer 3 Immobilien. Natürlich, zählen da Grund und Boden dazu. Dann Nummer 4 sind die alternativen Investments, die sogenannten Liebhaber-Investments: Oldtimer, Whisky, Wein, Kunst, die ganze Palette. Dann habe ich Nummer 5 relativ neu die Kryptowährungen. Ob das wirklich ein Investment ist oder nur eine Spekulation, das wird sich im Laufe der Zeit noch zeigen. Kann man glaube ich zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer sagen. Und dann Nummer 6 im Endeffekt Gold, Silber, Edelmetalle, Seltene Erden und andere Rohstoffe wie Wald, Kaffee oder auch Orangensaft und Öl.

Was in welchem Verhältnis infrage kommt, hängt dann natürlich spezifisch vom Kunden ab.

Schwere Frage: Man kann es vielleicht schon rauslesen, aber was kannst du am besten, Nico?
Das ist eine schwere Frage. Da muss man, glaube ich, andere Menschen fragen, wo ich ihnen am besten behilflich bin. Wenn man mich fragt, dann tu ich mich sehr leicht mit Zahlen und habe große Freude daran, vermeintlich komplizierte Sachverhalte so sehr zu vereinfachen, dass sie leicht erklärbar und zu verstehen sind. Ob mir das beim Thema Geld in diesem Interview ein wenig gelungen ist, darf der Leser selbst beurteilen.

Okay, leichtere Frage: Wieviel arbeitest du?
Wieviel arbeite ich? (überlegt) Ich schaue, dass ich am Tag 1-2 Termine mit Kunden hinbekomme. Was man nicht sieht, ist natürlich die ganze Vorbereitung, die dann meistens vormittags stattfindet, weil die Leute ja erst Nachmittag nach der Arbeit Zeit haben für Termine. Von daher kann man sagen, dass ich zumindest einen geregelten Tagesablauf habe. Manche Tage sind auch einfach frei.

Das heißt, du arbeitest 8 Stunden am Tag?
Nein, nicht pauschal. Je nachdem, wie lang diese Beratungen dann dauern, weil ich mir schon gern die Zeit nehme, da auch sehr ausführlich mit den Kunden zu sprechen. Wünsche, Ziele etc., darüber zu sprechen wie vorher angeschnitten, was ist denen denn wichtig, wo geben die gerade Geld aus, wo die eigentlich gar kein Geld ausgeben wollen? Oder ich habe viele Kunden, die sagen „Ziel: Weltreise“ - dann sag ich „okay, wieviel legst du denn jeden Monat weg für die Weltreise?“ ……betretenes Schweigen.

Gemeinsam Gedanken drüber machen, wo möchten die Kunden ihr Geld für sich investieren, in Lebensqualität tauschen. Bei mir war die Antwort weiter oben: in der Küche. Bei anderen ist die Antwort vielleicht beim großartigen iPhone oder die gehen gern ins Kino, weil Ihnen Fernsehen viel bedeutet und Kultur oder auf Festivals. Je nachdem hat jeder da einen anderen Fokus. Aber eigentlich niemand macht sich Gedanken: „Wo ist denn mein Fokus?“ Und dann kann man dahin seine Energie und sein Geld lenken.

Das heißt, du hilfst den Leuten erstmal klar zu werden, was sie wollen? Und dann hilfst du ihnen ihre Wünsche zu erfüllen. Kann man das so sagen?
Ja, das kann man so sagen.

Dafür machst du es den Menschen aber ziemlich schwierig, dich zu finden. Du hast weder eine Webseite noch Instagram noch Facebook. Also Social Media ist auch nicht deins. Wie finden dich die Leute?
Meistens über Empfehlungen. Sprich Leute sind so happy mit meiner Arbeit, dass sie ihren Freunden von mir erzählen und die dann auf mich zukommen, und so finden wir aktuell zueinander. Mir ist aber bewusst, dass ich auch um mehr Menschen helfen zu können, meine Sichtbarkeit erhöhen muss. Damit mich die Leute entsprechend auch finden. Ich glaube schon, dass ich als „Anti-Berater“, der eben nicht nur Produkte verkaufen will, sondern den Leuten helfen will, das entsprechend aus der anderen Richtung tun kann:

Wie führe ich denn das Leben, das ich führen möchte? Und wie kann ich das mit dem Einkommen, das in meinem Leben da ist? Wie kann ich meine finanziellen Ziele erreichen? Und was will ich eigentlich?

Kannst du gut verkaufen?
Darum geht es gar nicht. Wenn man andere Leute fragt, sagen die über mich, ich könnte mich sehr gut ausdrücken. Ich könnte mich gut in Menschen hineinversetzen und ich könnte überzeugen. Wenn ich das zusammenfasse, dann denke ich, dass die Antwort auf deine Frage „Ja“ lautet. Ich kann gut verkaufen nach dem gängigen Begriffsverständnis.

Gutes Verkaufen zeichnet sich für mich persönlich in erster Linie dadurch aus, dass das Produkt mit den Wünschen des Kunden übereinstimmt. Wenn ich nur grüne Äpfel anbiete und du suchst nach roten Äpfeln, dann funktioniert das nicht. Man versucht dann im „Verkauf“ mit Fragetechniken und Einwandbehandlung und NLP und dem ganzen Mist, dich doch davon zu überzeugen, dass grüne Äpfel sowieso viel besser sind als rote Äpfel und dich ein Stück weit „umzupolen“.
Das ist mir zu viel Arbeit und moralisch sehr fragwürdig. Verkaufen aus meiner Sicht ist gutes Zuhören. Wenn ich anbieten kann, wonach du wirklich suchst und ich dich auch richtig verstanden habe, dann kann ich dir mit Freude meine Äpfel anbieten. Wenn nicht, dann kenne ich bestimmt jemanden, der hat, wonach du suchst. Aber ich bin es dann nicht und das ist für mich in Ordnung.

Was würdest du machen, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?
Die Frage hast du mir so glaube ich vor 2 Jahren schon mal bei einem gemeinsamen Kaffee gestellt. Da war die Antwort, ich würde es genauso machen wie damals, ich würde nichts machen. Ich würde zum Sport gehen, ich würde viel lesen, ich würde viel spazieren um nachzudenken, mich unterhalten mit anderen Menschen...

Heute würde ich die Frage ein bisschen anders beantworten, wenn ich nicht mehr arbeiten müsste. Dann würde ich trotzdem arbeiten. Weil ich mich verpflichtet fühle, ein Stück weit den Leuten gegenüber, die so komplett falsch beraten werden - von ihrem Bankberater, ihrem Versicherungsberater, in gewisser Weise auch vom Staat. Und das ist einfach nicht in Ordnung. Da möchte ich gerne helfen, Wissen zu verbreiten, dass den Leuten hilft, das Leben führen zu können, das sie sich wünschen, finanziell gesprochen.

Was sind denn die 3 wichtigsten Themen oder die Bereiche, die am öftesten an dich herangetragen werden, wenn du mit einem neuen Klienten arbeitest? Kann man das sagen oder ist das alles eher unspezifisch?
Grundsätzlich ist jeder Kunde, der kommt, komplett individuell. Der hat eigene Ziele, eigene Wünsche, eigene Ängste, der bringt andere Verträge mit. Hat jemand nur einen Ordner, dann ist es relativ easy sich da durchzuarbeiten. Es gibt aber auch Kunden, die haben 5-6 Ordner, da wird es dann ein bisschen umfangreicher. Jüngere Kunden wollen etwas anderes als ältere Kunden, das kann man schon ein wenig pauschalisieren. Top Thema sind immer Versicherungen: „Geht es auch günstiger?“ Und die Antwort darauf ist in 100,00% der Fälle: Ja. Ohne Ausnahme, 100% ja. Die Frage, die sich ab und zu dann noch aufdrängt: ist es sinnvoll, sprich der Versicherungsumfang? Was wird abgedeckt? Und das ist ein bisschen das Problem, dass ich bei den meisten Leuten sehe. Mal eben Hauptsache billig über Check24 abgeschlossen oder vor 10-15 Jahren das letzte Mal mit einem Berater gesprochen. Da passt der Umfang der Versicherung einfach nicht mehr zum Leben. Weil ein Berater, der früher mal da war, der kommt einmal, der erklärt es, der lässt sich seinen Zettel unterschreiben und dann sieht man den nie wieder. So funktioniert es aber nicht. Aus meiner Sicht muss man Versicherungen behandeln wie den TÜV. Beim Auto lässt du alle 2 Jahre überprüfen, ob das Ding noch funktioniert und dich sicher ans Ziel bringt. Und das muss man sich alles anschauen. Immer wieder mal, weil man dann natürlich auch Summen anpassen kann, Beiträge verändern kann, nach unten wie auch nach oben, wenn es mal notwendig ist. Das finde ich ganz oft bei Leuten, dass da nichts gemacht wird.

Da habe ich z. B. eine Familie: Vater, Mutter, 2 Kinder. Und da ist der letzte Besuch vom Berater so lange her, dass die Ehefrau immer noch mit ihrem Geburtsnamen drinsteht. Als zusätzlich mitversicherte Person, als eingetragene Lebenspartnerin. Jetzt haben die aber vor 10 Jahren schon geheiratet. Die Kinder sind auch nicht versichert für den Fall, dass beim Spielen mal etwas passiert. Dann weiß ich ungefähr, wann das letzte Mal jemand drüber geguckt hat. Die Lebenspartnerin bei einer Haftpflicht kann man relativ pauschal sagen, 20€ mehr im Jahr. Die kann man sich einfach schenken, weil im Familientarif die Ehefrau eh drin ist und das ist nur einmal so ein Beispiel. Da kann man mit relativ wenig Aufwand mit einem, ja vielleicht doch ein wenig geschulten Blick, relativ schnell sagen, da könnt ihr euch Geld sparen und das ist dann wieder frei für schönere Dinge und steckt nicht in der Versicherung. Das kann entweder arbeiten für später mal im Aktienmarkt, in der vermieteten Immobilie oder ich kann es auch gleich mal ausgeben und sagen: „Schau her, jetzt nach der Beratung, wir haben bei unseren Versicherungen 800€ im Jahr gespart. Wellnessurlaub, eine Woche, wir sind dann mal weg.“

Und das gilt dann nicht nur für dieses Jahr, in dem wir die Anpassungen vorgenommen haben, sondern ja für jedes Jahr, das danach kommt. Da sparst du dir auch wieder 800€ und wieder 800€ und wieder 800€ und wenn man das dann mal aufsummiert, dann kann so eine Beratung schon ganz schön viel Geld sparen, das mal Thema 1. (lacht) Du wolltest ja 3. Thema 2, das kürzen wir dann ein bisschen, oder?

Thema 2 ist: Wie sorge ich fürs Alter vor? (Die Hauptsorge der meisten Menschen) Die Antwort haben wir vorher bekommen: nicht so, wie es aktuell gemacht wird, sondern anders. Da gibt's genügend Informationen, auf Social Media, in Büchern und schieß mich tot. Die meisten Leute haben aber einfach keine Lust, sich damit auseinanderzusetzen, weil die ihr Geld genießen wollen.

Das Thema Geld ist so negativ behaftet: „Ich muss sparen. Hier muss ich mich einschränken. Das darf ich mir nicht leisten. Und da muss ich hier Frugalist sein und Minimalist. Und mein Kaffee und der Zinseszins….“

Ich möchte Freude am Geld vermitteln, diese freie Gestaltung, wenn ich weiß, was ich tun möchte oder was mir wichtig ist, dass ich mir die Dinge kaufen kann und leisten kann und genießen kann, die ich mir dann auch verdient habe durch harte Arbeit. Und dass eben das Geld nicht irgendwo liegt oder versiegt in Dingen, die einem unwichtig sind, die keine große Rolle spielen, die kein zusätzliches Plus an Lebensqualität liefern.



Und Nummer 3 würde ich dann offenhalten. Also Versicherungen und Altersvorsorge sind so die Hauptthemen Nummer 3, da kommt dann für jeden das Individuelle. Da gibt es so viel, dass ich da kein Muster erkennen würde.

Kannst du gut mit Geld umgehen? Falls ja, war das schon immer so? Was unterscheidet dich, wenn du dich im Bezug darauf mit deinen Klienten vergleichst?
(überlegt lange) Aus meiner Sicht ist es ein Stück weit Bewusstsein oder Aufmerksamkeit auf das Thema Geld. Niemand setzt sich wirklich mit seinem Geld auseinander, setzt sich vielleicht einmal ein paar Stunden mit Zettel und Stift hin und überlegt sich, was er oder sie mit seinem Geld einmal anstellen möchte. So wie ich das vielleicht tue oder getan habe im Zeitverlauf.

Ich habe mir Gedanken gemacht, wie entsteht Geld, wo kommt Geld her, wie vermehrt sich Geld, was ist Geld? Was kann ich mit Geld anstellen?

Geld ist Euro-Scheine und Cent-Münzen, Guthaben auf der Bank – je mehr man sich damit beschäftigt, desto tiefer geht das. Geld ist Freiheit, Geld ist Gestaltungsspielraum, Geld ist Dankbarkeit anderer Menschen, ein philosophischer Anstrich. Geld ist aber auch einfach nur eine schöne Kugel Eis im Sommer. Wenn man so tief reinbohrt und Geld irgendwann nur als Werkzeug versteht, um sich ein schönes Leben zu machen anstatt es von sich wegzuschieben, anstatt sich etwas zu kaufen, einfach die Karte durchzuziehen und das ohne sich die Frage zu stellen: Wollte ich das gerade wirklich? Bereitet mir das Freude, Genuss oder Spaß, was ich da gerade gekauft habe? Dann wird Geld als Thema glaube ich erst interessant.

Ich möchte, dass meine Kunden Spaß an Geld haben. Dass sie nicht den gängigen Floskeln aufsitzen: z.B. „Geld verdirbt den Charakter“. Das ist falsch! Geld verstärkt den Charakter, der schon da ist. Gute Menschen können mit viel Geld sehr viel Gutes tun. Schlechte Menschen benutzen Geld, um ihre Mitmenschen zu tyrannisieren.

Oder: „Man redet nicht über Geld“. Wieso redet man nicht über Geld? Worüber man nicht redet, das kann man nicht begreifen. Wer kam denn auf die Idee zu beschließen, dass man nicht über Geld redet? Mit Sicherheit die Leute, die sehr gut vom Geld anderer Leute profitieren, Banken/Versicherer/der Staat…

Macht euch Gedanken, wie setze ich Geld ein, was kann ich damit gestalten, wie kann ich mein Leben durch den Einsatz von Geld verbessern? Geld an sich hat keinen Wert. Es wird erst wertvoll, wenn man es eintauscht.

Wir haben vorher über einen Unternehmer gesprochen, dessen Unternehmen in die Pleite gerutscht ist. Er denkt nach eigener Aussage nie über Geld nach. Ich denke, das hat seine Auswirkungen. Wie viele Stunden beschäftigst du dich am Tag mit Geld? Und was empfiehlst du als Profi?
Ich beschäftige mich heute noch jeden Tag ein paar Minuten mit Geld auch außerhalb meines Berufes. Früher habe ich mit Sicherheit mehrere Stunden pro Tag mit dem Thema verbracht. Anders würde mir der Hintergrund fehlen, meinen Kunden entsprechend helfen zu können. Ich denke, dass man von jedem Menschen etwas lernen kann in seinem Verhalten zu Geld. Wie sieht er Geld, was bedeutet Geld für ihn, wie geht er mit Geld um? Es gibt mittlerweile auch sehr viele Bücher, die diesen beinahe philosophischen Ansatz zu Geld betrachten und analysieren, wie man sich diesem Thema eben nicht nur auf Zahlenebene nähern kann. Wenn Geld nur ein rationales Thema wäre, dann hätte das Excel-Sheet die Lösung aller Finanzprobleme parat und wir wären alle happy und Millionär, ganz überspitzt.

Geld ist nur wertvoll, wenn man es in Lebensqualität tauscht. Also muss man sich fragen: Was bedeutet für mich Lebensqualität? Wenn die Frage sich um Geld dreht, dreht sie sich auch immer ums Leben, um einen selbst. Das kann ich niemandem abnehmen. Für alle anderen Überlegungen bin ich die Abkürzung. Deshalb empfehle ich jedem sich mit seinem Geld regelmäßig auseinanderzusetzen, gerne mit mir als Sparringspartner. Aber auch da gibt es Abstufungen. Es gibt Kunden, bei denen bin ich schon froh, dass die mit mir über das Thema reden. Und für die reicht das auch. Die Leben im Jetzt, gehen in ihren täglichen Aufgaben voll auf, da ist Geld nur ein Nebenaspekt. Und solange genug für die Basics da ist, sind die überglücklich. Dann gibt’s andere, die verdienen gut, die möchten gestalten, Immobilien/Aktien/etc. wie kann man das anstellen? Da erstellen wir Pläne, sehen wie wir das Einkommen möglichst gewinnbringend einsetzen können, die wollen zu all diesen Themen lernen.

Die wichtigste Frage für mich ist immer: Wann ist es genug? Bei den meisten Menschen ist die Antwort: Nie! Gefühlt ist es nie genug Geld. Wenn man sich aber damit auseinandersetzt, was einem wichtig ist, erkennt man relativ schnell das es da eine Summe gibt, bei der es genug ist. Und wenn man die für sich selbst kennt ….. das kann eine Zahl sein, ein Tagesablauf, ein Lebensgefühl, an dem man das festmacht … dann kann man aufhören sich damit zu beschäftigen. Dann genießt man einfach sein Leben.

Wenn du Menschen fragst, sie hätten drei Wünsche frei, ist der erste Wunsch meistens 1 Million Euro. Das zeigt mir direkt, dass sich niemand genauer Gedanken gemacht hat. Lebe ich im hinteren Bayrischen Wald oder lebe ich in München? Je nachdem, ist eine Million vielleicht nicht so viel Geld basierend darauf, was die Dinge dort kosten. Was ich aus der Antwort aber ableite, ist dass es den meisten Menschen bewusst ist, dass eine gewisse Menge Geld Freiheit ermöglicht, sodass ich mir keine Sorgen mehr machen muss wegen einer Kugel Eis. Und das beruhigt und entspannt. Man kann sich jetzt auf die „wichtigen“ Dinge im Leben konzentrieren. Dabei bleibt Geld immer das Sprungbrett! Und ich wünsche mir das meine Kunden Vorfreude haben können bevor sie springen und keine Angst!

Cool! Dann sind wir bereit für die letzte Frage: Was hast du heute noch vor?
Heute ist Dienstag….?

Donnerstag! (beide lachen) Das bleibt drin….
Heute schau ich noch bei meiner Mama vorbei, ob da alles passt. Mein Vater ist die Woche in Stuttgart für die Arbeit. Anschließend geht’s bei Sonnenschein in den Schrebergarten. Da kommen mit Sicherheit noch Oma und Opa. Dann bringen die mich auf den neuesten Stand. Ein Buch auf der Liege und mehr braucht es dann heute auch nicht mehr. Abends ein schönes Essen, weil mir das, wie wir wissen, wichtig ist. Und morgen stehen dann einige Kundentermine an, bei denen ich wieder vermitteln kann, dass Geld Spaß macht.





Danke Nico für das lehrreiche Interview!






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