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Für Sie getestet

Das Schlosscafé - eine fürstliche Auszeit

Eingang zum Schlosscafé

Von außen ähnelt das Schlosscafé einem langen Gewächshaus, hinter der widerspiegelnden Glaswand des Eingangs erkennt man einen dunkelroten Vorhang, der den Eingangsbereich vom eigentlichen Café trennt. Blätterlose Gewächse ranken sich in Behältern zu beiden Seiten der Eingangstür. Doch der matt-leblose erste Eindruck kippt, sobald man durch die Glastür eingetreten und der Vorhang beiseite geschoben ist.

Blumenarabesken und weiche Polstermöbel

Auch inwendig gleicht das Schlosscafé einem bunten Gewächshaus. Eine Sofazeile zur rechten, sowie mehrere gepolsterte Sitzmöbel und die Innenseite des Vorhanges an der Eingangstür zieren Blumenarabesken in dunkelblau, rosarot und Khaki. Die Tische bestehen aus hellem Holz und alle Stühle sind, wenn nicht mit Arabesken geschmückt, weich mit blauem oder gelbem Polster überzogen. Kissen in den gleichen Farben liegen auf der Sofazeile verteilt. Von der Decke hängen an hölzernen Querbalken matte Zierpflanzen und Weihnachtskugeln in den Raum.
Als ich anlangte, waren alle Plätze unbesetzt, ich hatte freie Platzwahl. Ich gestaltete mir einen Sofaplatz bequem mit Kissen und setzte mich. Eine fröhliche Frau mittleren Alters brachte mir eine Getränke- sowie eine Frühstückskarte.

Unterhaltsame Karten

Die Karten waren lustig. Die Frühstücke waren mit bayrischen Vornamen, die Getränke mit urbayrischen Ausdrücken betitelt. Nach einigem Überlegen entschied ich mich für des Frühstück 'Xaver' zusammen mit einem 'Haumdaucha'. Die Bestellung nahm die gleiche Frau entgegen, die mir auch die Karten gebracht hatte.

Reiches Frühstück mit Spiegelei, Joghurt und Früchten

Schlosscafé innen Reiches Frühstück mit Spiegelei, Joghurt und Früchten

Bald wurden der 'Haumdaucha' und ein Glas Orangensaft an meinen Tisch gebracht, wenig später kam das Frühstück. Welch traumhafter Anblick! Überhangen mit einer Honigmelonenspalte und prallen Trauben, dekoriert durch Gurkenscheiben und mit einer Orangenscheibe bestückt bedeckten reinlich gefaltete Scheiben von Schinken und Butterkäse eine Keramikplatte, auf deren linker Seite in einem kunstvoll verzierten Schälchen Joghurt mit Knuspermüsli und ein Spiegelei in einem Glasbehältnis angerichtet waren. Ein Schälchen gefüllt mit dunkler Marmelade, ein Stück Butter und ein Klecks Tomatenaufstrich veredelten die Kreation. Zusätzlich wurden drei gewöhnliche Scheiben Brot und zwei Scheiben Baguette in einem Korb samt Gedeck angereicht. Durch diesen bezaubernden Anblick in Vorfreude versetzt, begann ich mich zuerst des unkonventionell in einem Glastopf angerichteten Spiegeleis anzunehmen. Und die Form schmälerte das Verzehrerlebnis nicht - im Gegenteil: wie auch immer gelungen, das Spiegelei war durchwegs weich und wies nirgends angebrannte Stellen auf. Die Physalis, die krönend auf dem Joghurt thronte, die Honigmelonenspalte und die Orangenscheibe schmeckten frisch und saftig. Ich beschmierte mir eine Scheibe Brot mit Butter und Marmelade und belegte im Anschluss eine weitere mit Schinken und dem Butterkäse. Das Brot war weich und ein wenig saftig und eignete sich so vorzüglich als Grundlage für den Belag. Die Marmelade schmeckte süßlich und schwer, intensiv nach dunklen Waldbeeren, die Qualität von Butter, Marmelade, Schinken und Käse waren ausgezeichnet, im Butterkäse waren Gewürze eingearbeitet. Letzthin gelangte ich zum das Frühstück 'Xaver' kennzeichnenden Joghurt mit Knuspermüsli und Blaubeeren, der mit einer Erdbeere, einer Himbeere und einstmals mit einer Physalis garniert war. Die Früchte waren alle ungemein frisch, das Knuspermüsli knusperte angenehm beim Kauen und harmonierte mit dem Joghurt. Dafür, dass der Joghurt das Frühstück 'Xaver' von seinen bayrischen Freunden unterschied, fiel die Portion überraschend klein aus, was bei der Überfülle des gesamten Frühstücks verkraftbar war. Traumverloren und glücklich beschmierte ich weitere Brote, genoss die Tomatenspalte, die Gurkenscheiben und das Ananasstück und löffelte mein Spiegelei zu Ende. Ich verweilte noch nach dem Essen und betrachtete durch die Glasfassade vor mir den Innenhof und sein Treiben im Sonnenlicht. Das Café war mittlerweile mit Gästen gefüllt, ich passte einen günstigen Moment ab, bei der Bedienung zu zahlen, erhob mich vom Sofa und den Kissen und verließ durch den Arabeskenvorhang das Schlosscafé.

Fazit

Ein einmaliges Erlebnis! Wer nicht zumindest einmal in dem länglichen Glashaus gefrühstückt hat, soll nicht meinen, er kenne die Cafészene in Regensburg. Die Inneneinrichtung ist farbenfroh und bequem, das Frühstück voller Früchte und von herausragender Qualität! Gemindert wurde meine Ekstase durch eine der Bedienungen: was die freundliche Dame mittleren Alters an Fröhlichkeit in das Café brachte, fehlte ihrer Kollegin, die meine Frage nach dem Weg zur Toilette und meine Bitte darum, zu zahlen, missmutig beantwortete. Zusammenfassend dennoch eine absolute Empfehlung!



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Unsere Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

(15.04.2026, Jonas)

Übersicht: alle getesteten Geschäfte und Restaurants

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